Das neue Quartier im Münchner Stadtteil Riem führt vor, wie Zeilenbau stringent und zugleich flexibel umgesetzt werden kann. Für eine Baugemeinschaft aus 24 Parteien, die Wert auf gestalterisch wie ökologisch zukunftsweisenden Wohnraum legen, entwickelten die Architekten sechs gleiche Vierergruppen vertikal ­organisierter Wohneinheiten mit großzügigem Charakter. Über das gesamte Erdgeschoss der jeweils 10,5 x 5 m großen Häuser erstreckt sich ein transparenter Wohnbereich, der über vorgelagerte Holzterrassen fein abgestuft in den Garten und einen geschützen Eingangshof übergeht. Aus dem Dachgeschoss ausgesparte Terrassen rhythmisieren die Zeilen und leiten über die zentrale Treppe zusätzlich Tageslicht in alle Geschosse. Eine hellgraue Naturschiefer-Bekleidung verleiht den Fassaden im Wechsel mit den großen Verglasungen eine lebendige Wirkung. Die Gebäude sind hoch gedämmt und mit Dreifachverglasungen sowie einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung versehen. So erreichen sie einen rechnerischen Heizwärmebedarf von lediglich 15?–20 kWh/m2a. Auch baukonstruktiv werden ungewöhnliche Wege beschritten. Der Baustoff Holz spielt seine Leistungsfähigkeit hier in Kombination mit einem filigranen Stahltragwerk aus – nicht zuletzt in der hierdurch erzielten räumlichen Wirkung.?