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© Roland Halbe
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Die Madrider Architekten Enrique Sobejano und Fuensanta Nieto beendeten die Renovierung bereits 2004 und statteten das ­Museo del Mar mit einem zeitgemäßen ­Ausstellungsstandard aus. Nachdem sie die zwischen Außenwänden und Turm aufgehäuften Erdmassen ausgegraben hatten, gelang es ihnen, die »verborgene Vergangenheit« der mittelalterlichen Festung offen zu legen. Das Konzept, über Jahrhunderte unkenntlich gewordene Bauwerke wieder zum Sprechen zu bringen, hatten sie bereits in Córdobas Kalifenstadt Madinat al-Zahra erfolgreich erprobt.

Im Castillo zogen sie weiße Stahlbetondecken über die neuen Rund­gänge ein und ließen durch frei gelassene Schlitze das Tageslicht einfallen. Auf diese Weise konnten die bespielbaren Räume, die früher lediglich »hidden voids« waren, wieder lebhaft erfahrbar gemacht werden. Was früher dunkel und unzugänglich war, ist heute lichtdurchflutet und gibt dem Castillo de la Luz endlich seine ursprüngliche, ­sinnlich nachvollziehbare Bedeutung wieder zurück. Aber das Museum, auf das die ­Menschen so lange gewartet haben, blieb weitere sieben Jahre geschlossen. Teils weil kein schlüssiges Museumskonzept ­vorlag, teils weil die Wirtschaftskrise den ­zügigen Weiterbau paralysierte. Erst in den letzten Wintermonaten konnte der Entwurf von 1998 umgesetzt werden, der den renovierten ­Altbau, den wiederhergestellten ­Vorplatz in seiner einstigen Umfassung und ein sepa­rates Besucherzentrum vorsieht. ­

Nieto und Sobejano nutzten die vergrößerte öffentliche Freifläche, um am östlichen Rand einen ­teilweise abgesenkten Pavillon zu errichten, mit Museumsshop, Service­räumen und Mehrzwecksaal. Auch hier nutzten sie ihre Erfahrungen, die sie zuvor in Madinat al-Zahra gemacht hatten: Es galt, die Baudenkmäler zu schützen, jede neue Konstruktion in achtungsvoller Entfernung und möglichst unsichtbar zu gestalten. In Córdoba ist es die archäologische Ausgrabungsstätte, in Las Palmas die mittelalterliche ­Festung. Deswegen erbauten Enrique ­Sobejano und Fuensanta Nieto das angegliederte Besucherzentrum als lang gezogenen Riegel. (Klaus Englert)