Das als Palazzo Campari bekannte Gebäude stammt aus den 1960er Jahren und gehört zu einer Reihe von Bauten, die in Mailand während der italienischen Wirtschaftswunderjahre entstanden und eine neue Seite der Unternehmensidentität der italienischen Industrie verkörperten. Das Gebäude zeichnete sich ursprünglich durch die glänzenden Farben der Metallkonstruktion und das getönte Glas der Vorhangfassade sowie die metallisch braune Farbe des kleineren, zu Wohnungen umgewidmeten Blocks in der Via Cavalieri aus. Zum Zeitpunkt der Errichtung galt das Gebäude als modern und technologisch fortschrittlich, geradezu experimentell. Heute jedoch sind viele der zweifellos attraktiven Merkmale veraltet, gemessen an aktuellen Baunormen. Aus diesem Grund entschied der Besitzer, der sich der Klasse und der sinnträchtigen Präsenz des Bauwerks bewusst ist, Architekten mit der Umgestaltung des Komplexes zu beauftragen. Die Grundrisse wurden modifiziert mit dem Ziel, größtmögliche Flexibilität und Vereinheitlichung bei der Raumaufteilung und Lichtgestaltung zu erreichen sowie Zugang und Verkehrsflächen zu optimieren. Weitere zentrale Entwurfselemente waren die Nutzung von zusätzlichen Flächen im Erdgeschoß sowie eine vollständige Überarbeitung der Fassadenstruktur, die diese deutlich offener und lebendiger werden lässt, vor allem zur Via Turati und teilweise zur Via Cavalieri hin. Die Fassaden wurden zurückgezogen, so dass bei gleichzeitiger Beibehaltung der ursprünglichen Gebäudegrenze Wärmebrücken beseitigt werden konnten – Aspekte, die zum Zeitpunkt der Errichtung nicht berücksichtigt wurden. Die Nutzflächen wurden verändert, es entstanden neue Flächen im Erdgeschoß, die von Dritten genutzt werden können.