Die Erweiterung des Friedhofs von Gubbio ist das Ergebnis von Studien, mit denen ein neues Modell für öffentliche Gebäude untersucht wurde. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen der letzten Ausbauphase des monumentalen Friedhofs von Gubbio, einer der wichtigsten mittelalterlichen Städte Italiens. Der Entwurf zeigt ein stadtähnliches Gefüge, bestehend aus linearen, stereometrischen Blöcken, die so angeordnet sind, dass sie die landschaftlichen Strukturen abbilden, die den umliegenden ländlichen Raum und die historische Stadt charakterisieren. Das Konzept einer städtischen Siedlung wird verstärkt durch große rechteckige Hohlräume, die als offene Räume gestaltet sind und dem Gefüge einen räumlichen Rhythmus verleihen. Diese Himmelsräume sollen öffentlich nutzbare, vom Friedhof unabhängige Bereiche sein und eine Möglichkeit zum Innehalten und Nachdenken bieten. Es sind kubische Räume der Stille mit offenen Decken, die wie Fenster zum Himmel wirken. Der so eingerahmte Himmel öffnet den Geist für die Herrschaft des Unsichtbaren, erlaubt dem Blick und dem Geist, die irdische Schwerkraft hinter sich zu lassen und eine leichtere und spirituellere Dimension zu erlangen. Der Raum zieht den Blick nach oben, wie eine Metapher für den Himmel als letzten Horizont unseres Lebens in einer modernen Stadt. Gleichzeitig kann der Raum, indem er sich zum Himmel öffnet, als Neuinterpretation eines Fensters betrachtet werden, das wie eine Schwelle zum Himmel wirkt und das einzige architektonische Mittel ist, das ein Gefühl des Friedens hervorzurufen vermag, das von der Unendlichkeit des Himmels herab auf uns übergeht und uns in einen ruhigen Seelenzustand zurückversetzt, ohne den die Widrigkeiten des Lebens kaum zu überwinden sind.