Forschung und Praxis: Die ökologische Bilanz energetischer Sanierungen

Sanierung / Umnutzung, green 1/2015
Architekten bearbeiten eines der größten wirtschaftlichen Potenziale der Gesellschaft. Mit rund zehn Billionen Euro liegt der Wert des Gebäudebestandes in Deutschland etwa beim Vierfachen des jährlichen Bruttoinlandsproduktes – Tendenz gleichbleibend oder leicht steigend. Noch vor dem Handel und der Automobilwirtschaft erreicht die Immobilienwirtschaft einen Anteil von 19?% an der gesamten Bruttowertschöpfung.

Unser »Schatz« ist aber nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein energetischer. Die im Gebäudebestand gebundene Herstellungsenergie beträgt etwa das Sieben- bis Achtfache des jährlichen deutschen Gesamtenergiebedarfs – oder umgerechnet das 25-Fache dessen, was wir jährlich an Heizenergie für dieselben Gebäude aufwenden. Mit jeder energetischen Sanierung – und damit Senkung des Heizenergiebedarfs – verschiebt sich diese Relation weiter in Richtung Herstellungsenergie. Sofern der für 2050 von der Bundesregierung geforderte, nahezu CO2-neutrale Bestand tatsächlich Realität werden sollte, wird die im Bestand gebundene Energie zur maßgeblichen energetischen Ressource, mit der wir arbeiten. Der Erhalt und die energetische Sanierung von Bestandsbauten bilden damit zwei der wichtigsten Handlungsfelder, um den Energie- und Ressourcenverbrauch im Gebäudebereich zu reduzieren. (Sarah Wald, Hannes Mahlknecht, Martin Zeumer)