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© Roland Halbe
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Im 15. Jahrhundert als Dominikanerkloster ­gegründet und nach der Reformation in eine evangelische Kirche mit Hospital umgewandelt, wurde das Ensemble im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Einzig der Altarraum und die Südwand des Langhauses blieben erhalten. Nachdem das 1961 auf den Grundmauern erbaute evangelische Verwaltungs- und Begegnungszentrum den heutigen Aufgaben nicht mehr gewachsen war, sollte es durch einen Neubau ersetzt werden.

Im Rahmen eines Wettbewerbs ergriffen die Archi­tekten die Chance, die stadträumlich prägende Stellung der Klosteranlage wiederherzustellen. Ein geschlossener, L-förmiger Bau­körper nimmt nun die leicht zum Stadtraster gedrehten Fluchten des Klosters auf. Im ­Erdgeschoss zitieren großzügige Flure mit Fenstertüren den ehemaligen Kreuzgang, während die sechs Säulenbuchen im Innenhof die ­Pfeiler des Mittelschiffs markieren.

Rundherum mit Sichtmauerwerk aus hellem Ziegel verblendet, vermittelt das Gebäude dem Betrachter ein Gefühl von Vertrautheit und Selbstverständlichkeit. Aufwändig gestaltete Öffnungen prägen die Fassade und zeigen, dass auf die unterschiedlichen Raumnutzungen reagiert wird: So erhielten die Fenster der Verwaltungsräume zum Innenhof und zur Gymnasiumstraße kleine Dächer aus Alumi­niumblech, die nicht nur als Blende dienen, sondern auch bei Regen eine Lüftung ermöglichen und die textilen Markisen schützen.

Die 39 Bullaugen an der Nordwestfassade belichten die Bühne des großen Saals. Einfallendes Tageslicht kann mithilfe zweiflügeliger Holzläden dosiert werden. Auch hinter den vier festverglasten Erkern des Saalfoyers verbirgt sich eine Besonderheit: Integrierte Sitzbänke laden hier zum entspannten Pausengespräch ein.