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Die neue Mensa ist die Erweiterung eines Gebäudeensembles aus den 1950er-Jahren. Eingebettet in die parkähnliche Umgebung vervollständigt der einfache, rechteckige Pavillon als kleinerer Flügel den windmühlenartig angelegten Hauptbau. Lärchenholzverkleidete Ständerwände umschließen an drei Seiten den Speisesaal mit eingestellter »Küchenbox«. Auf der Südseite öffnet sich der Raum über eine gefaltete Glasfront zum Eichenholzdeck, abgerundete Einschnitte integrieren den alten Baumbestand – die Grenze zwischen »lebendigem Holz« und gebauter Konstruktion verschwimmt. Auch die den Innenraum prägenden Holzspanten auf grünem Grund stehen in Bezug zu den Bäumen, sie sollen als stilisiertes Astwerk gelesen werden, das die Kinder beschützend umgibt und zugleich optisch ins Freie überleitet. Die Decke bildet das Tragwerk des 21,3 x 10,5 Meter großen Raums und basiert auf enger Zusammenarbeit zwischen Architekten, Tragwerksplaner und Ausführenden. Unter eine nur 50 Millimeter dicke Furnierschichtholzplatte wurden 6 x 28 Zentimeter starke Rippen aus kostengünstigem Vollholz angebracht, die nicht über die gesamte Feldbreite von 9,50 Meter durchlaufen. Anders als bei handelsüblichen Stegplatten verlaufen die Spanten hier nicht parallel zur Spannrichtung und sind scheinbar unregelmäßig verteilt. Um den Spannungsverlauf innerhalb der Konstruktion zu optimieren, unterliegt ihre Anordnung allerdings strengen, vom Tragwerksplaner errechneten und in 3D-Modellen überprüften Werten: Übergreifung und Abstand zueinander dürfen nicht unter-, ein gewisser Winkel nicht überschritten werden, sodass sich die Kräfte von Rippe zu Rippe übertragen.