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Im abgelegenen Rovana-Tal im Tessin liegt das Dorf Linescio, umgeben von Kastanienhainen und terrassierten Feldern. Nur 30 km von Locarno entfernt, scheint man sich in einer anderen Welt zu befinden. Einige Steinhäuser stehen leer, doch ist das Ortsbild intakt. Granit als Material für Hauswände, Dachdeckung und Stützmauern prägt den Ort.

Von außen ist die Veränderung nur an der Glastür zum Garten und dem neuen Betonkamin sichtbar. Im Inneren jedoch wurde in die bestehenden Mauern ein eigenständiger Betonbaukörper als Haus im Haus eingefügt, der sich mit hohen Faltläden nach Süden und Westen öffnet. Als Sommerhaus konzipiert, konnte auf Heizung, Fenster, Dämmung verzichtet und die Fassade im vorgefundenen Zustand bewahrt werden. Um das Innere großzügiger wirken zu lassen, wurde die hölzerne Zwischendecke zwischen dem einfachst ausgestatteten Wohnraum und dem darüberliegenden Heuboden entfernt.

Raumseitig bildet die Sichtbetonoberfläche die lebhafte Textur der Bretterschalung ab. Auch im Anbau, in dem früher Esskastanien gedörrt wurden, sind alle neuen Elemente aus Beton gefertigt: die Badewanne als Vertiefung in der Bodenplatte, die Küchenarbeitsplatte mit integriertem Spülbecken aus einem Guss. Die plastischen und atmosphärischen Qualitäten des Sichtbetons verstärken den archaischen Charakter und die ruhige Ausstrahlung des Steinhauses.